Quellenrecherche: Die fünf wichtigsten Regeln

Eine ordentliche Quellenrecherche ist beim Verfassen von Texten das A und O. Dieser Beitrag bietet Ihnen die 5 wichtigsten Regeln, die Sie bei der Quellenrecherche beachten sollten.

Das sind die fünf Regeln der Recherche

Eine Quellenrecherche gehört bei allen, die Texte verfassen, zum Arbeitsalltag dazu. Umso wichtiger ist es, diese ordentlich und präzise durchzuführen. Denn: Falsches Recherchieren hinterlässt schnell einen schlechten Eindruck.

Beim Recherchieren stoßen Sie schnell auf eine Überfülle an Informationen. Man wird mit Suchergebnissen regelrecht überschlagen. Aufgrund der nahezu unendlichen Menge an Quellen ist es wichtig, dass Sie für die Recherche ein Enddatum setzen. So stellen Sie sicher, dass Sie sich nicht im Labyrinth aus Quellen verlieren. Daran knüpft die Herausforderung, seriöse und zuverlässige Quellen zu finden, auf die man bedenkenlos verweisen kann. Unsere fünf Regeln der Quellenrecherche helfen Ihnen, schnell und effektiv Ihre Recherche zu planen und durchzuführen.

1. Zeitplan erstellen: Ihrer Recherche eine Lebenserwartung geben!

Was glauben Sie: von der Quellenrecherche bis zum fertigen Beitrag, wie hoch ist der Zeitaufwand für eine fundierte Recherche? 10 Prozent, vielleicht 25 Prozent oder sogar 50 Prozent?

Die Faustregel lautet: jede Stunde, die Sie für die Verschriftlichung aufwenden, baut auf zwei Stunden Recherche auf. Anders formuliert: die Recherche macht zwei Drittel Ihres Arbeitsaufwands aus. Aber obacht! – Dies gilt für Beiträge, in denen dritte Quellen verarbeitet werden. Sind Sie zudem im Schreiben und in der Auswertung von Quellen erfahren, reduziert sich der Aufwand. Aber diese Zeiteinteilung zeigt: Recherche ist nicht nur wichtig, für sie muss auch genügend Zeit eingeplant werden. Schließlich legt sie den Grundstein für Ihre Arbeit. 

2. Das Thema eingrenzen: Wer die richtigen Fragen stellt, erhält auch richtige Antworten!

Die nächste Regel der Quellenrecherche ist die Eingrenzung des Themas. Dies sollte geschehen, bevor Sie sich an die eigentliche Quellenrecherche machen. Das ist wichtig, da Sie so einen konkreten Plan als Fundament für die Literaturrecherche ausarbeiten können.

Eine einfache wie effektive Methode ist, eine konkrete Frage zu formulieren. Wenn Ihre Aufgabe beispielsweise lautet, einen Beitrag über den Einsatz von Business Intelligence im Einkauf zu schreiben, dann formulieren Sie Fragen dazu.

Probieren Sie dazu die unten aufgeführte Übung aus! Sie nimmt weniger als 15 Minuten Zeit in Anspruch.  

Dieser Plan kann die wichtigsten Schlüsselbegriffe zu dem Thema liefern und relevante Teilfragen benennen. Das hilft dem*der Schreiber*in, das Thema während des Schreibprozesses nicht aus den Augen zu verlieren.

3. Ergebnisse dokumentieren: Ordnung muss sein – listen, sortieren, auswählen und löschen!

Es gibt viele verschiedene Wege, die Ergebnisse Ihrer Recherche zu dokumentieren. Dies können Sie handschriftlich tun, in einem Word-Dokument oder in Form einer Mind-Map. Unsere Empfehlung lautet jedoch: Legen Sie eine Excel-Tabelle an.

Diese bietet Ihnen die Möglichkeit, alle benötigten Kriterien und Werke übersichtlich zu dokumentieren. Außerdem können Sie innerhalb der Tabelle schnell Änderungen vornehmen und Werke hinzufügen. Am meisten hilft Ihnen jedoch, anhand einer solchen Tabelle die für Ihr Thema relevanten Quellen zu priorisieren.

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4. Ergebnisse bewerten und auswählen: Mit Schulnoten den Spreu vom Weizen trennen!

Genau für diesen Schritt bietet sich die zuvor genannte Excel Tabelle an. Diese bieten Ihnen nämlich die Möglichkeit, Ergebnisse zu bewerten. Ihre zuvor gesammelten Quellen bewerten Sie nun innerhalb der Tabelle hinsichtlich Qualität, Seriosität, Unabhängigkeit und Nutzen.

Geben Sie jeder Quelle beispielsweise eine Schulnote. Im Anschluss konzentrieren Sie sich nur auf die Quellen, die Sie mindestens mit “gut”, also “2”, bewertet haben. Stellen Sie jedoch fest, dass die Zahl der Quellen, die Ihre Anforderungen erfüllen, nicht ausreicht, dann haben Sie zwei Möglichkeiten. Entweder die Recherche fortsetzen, weil Sie nicht tief genug recherchiert haben, oder Sie erweitern die Auswahl um Quellen, die Sie mit “befriedigend”, also “3”, bewertet haben.

Haben Sie eine solide Sammlung geeigneter Quellen zusammengestellt und bewertet, gilt es, Ihre Ergebnisse auszuwählen. Denn: Nicht alle Ergebnisse müssen in der Quelle auftauchen. Auch die Mischung Ihrer Quellen ist wichtig: Dank der Excel-Tabelle können Sie eine Mischung aus Büchern, Zeitungsartikeln, Studien, Blogbeiträgen usw. zusammenstellen. Werke, die doch nicht wichtig sind oder schlicht nicht benötigt werden, verwerfen Sie nun getrost.

5. Die Recherche beenden

Die letzte Regel ist am Wichtigsten! Jede Recherche muss ein Ende haben. Auch wenn es Ihnen schwer fällt oder Ihnen gar Spaß macht, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, denken Sie an Ihre*n Chef*in: Sie müssen den Beitrag liefern. Den optimalen Zeitpunkt für den Abschluss haben Sie erreicht, wenn Sie die zentrale Fragestellung verständlich, plausibel und bündig beantworten können. 

Dieser Zeitpunkt ist gekommen, sobald alle relevanten Informationen vorliegen, die benötigten Hintergrundinformationen gegeben sind und Zusammenhänge schlüssig dargestellt werden können.

Beenden Sie die Literaturrecherche nicht rechtzeitig, so wird die Menge an Informationen so groß, dass Sie Gefahr laufen, den Überblick zu verlieren. Sie schweifen gegebenenfalls vom eigentlichen Thema ab. So wird es auch für Leser*innen schwer, nachzuvollziehen, worum es in dem Text eigentlich geht.

Wenn Sie diese Regeln bei Ihrer nächsten Quellenrecherche beachten, sollte dem Verfassen eines gut und sicher recherchierten Textes nichts mehr im Wege stehen. (doktorant / studydrive / deutschetageszeitung)

Übung

Ein Thema einzugrenzen, ist die hohe Kunst bei einer Recherche. Denn das Internet bietet eine unendliche Menge an Informationen. Daher ist es für Ihren Beitrag erfolgsversprechend, das Thema so präzise wie möglich einzugrenzen. 

Dafür existieren verschiedene Techniken. Die einfachste und wirksamste Methode ist, zu Ihrem Thema eine Frage zu formulieren. Ganz wichtig: nehmen Sie dabei die Perspektive Ihrer Leser*innen ein. 

Wenn Sie beispielsweise für ein IT-Unternehmen arbeiten, das Lösungen in Business Intelligence anbietet, dann könnte eine Frage wie folgt lauten: 

“Vor welchen Herausforderungen stehen Einkaufsleiter, wenn sie betriebliche Daten für die Vorbereitung von Lieferantengesprächen einsetzen?“

Mit dieser Frage zentrieren Sie Ihr Thema auf Problemfelder, auf eine spezifische Zielgruppe (Einkaufsleiter) und auf einen konkreten Anlass (Gesprächsvorbereitung).  Öffnen Sie Google und geben Sie nun die Schlüsselwörter der Frage “Business Intelligence betriebliche Daten Einkauf Herausforderung Lieferantengespräch” in Google ein. Sie erhalten umgehend erste Quellen, aber mindestens Anknüpfungspunkte für die weitere Recherche. 

Es geht aber noch besser. Öffnen Sie in Ihrem Browser einen neuen Tab. Statt der Schlüsselwörter, geben Sie dieses Mal Ihre Frage direkt in die Google-Suche ein. Vergleichen Sie jetzt die Suchergebnisse. Ihnen wird auffallen, dass sich die Qualität der Ergebnisse gravierend unterscheidet.

Der Grund: Google liebt Fragen. Ich empfehle Ihnen allerdings, in Ihrer Recherche beide Varianten einzusetzen. So entdecken Sie auch Quellen, die bei einer Variante nicht in den Suchergebnissen auftauchen. Mit dieser Technik schlagen Sie drei Fliegen mit einer Klappe: 

  1. Sie grenzen das Thema ein. 
  2. Aus der Frage leiten Sie Schlüsselwörter ab, die Sie verfeinern können. 
  3. Die Frage selbst ist Ihr Sucheintrag. 
Karla-Paulina Kordt

Karla-Paulina Kordt

Mein Name ist Karla Kordt und ich bin beim futureorg Institut als Content-Managerin/Online-Redakteurin vor allem für das Verfassen der Beiträge zuständig.
Beim Schreiben kann ich gut mein Wissen aus meinem Anglistik und Germanistik Studium an der Ruhr-Universität Bochum einbringen. Neben der Uni und Arbeit interessiere ich mich sehr für Literatur, Theater, Filme und Sport.

Kontakt: kordt@futureorg.de

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