Wirksam schreiben: Für Unternehmensberater *innen

Expertise und Erfahrungswissen ist das Kapital von Unternehmensberater*innen. Beiträge, die sie verfassen, sind die Materialisierung dieses Wissens. Doch wie kann dieses Wissen in Fachbeiträgen, Blogbeiträgen oder Berichten bestmöglich vermittelt werden?

Für welchen Lesetypus schreiben Sie? 

In vielen Unternehmensberatungen müssen Berater*innen hin und wieder selber zum Stift greifen, um einen Beitrag für den Blog zu schreiben. Für viele ist diese Arbeit essentiell. So können sie ihren Klient*innen die Relevanz ihrer Beratungsleistung darstellen und über aktuelle Entwicklungen informieren, die für sie wichtig sind.

Jedoch ist das Verfassen von Blogbeiträgen für die meisten Berater*innen nichts Alltägliches, sondern vielmehr eine Nebentätigkeit, die durchaus bedeutsam ist. Aber sie steht in Konkurrenz zu Tätigkeiten für Kund*innen. Die Tipps in diesem Beitrag helfen Berater*innen wirksame Beiträge zu verfassen, die mit minimalem Aufwand erstellt werden können.

Bedenken Sie beim Verfassen Ihrer Beiträge: Es gibt zwei Typen von Lesenden – “Informationsleser*innen” und “Erlebnisleser*innen”. Informationsleser*innen wollen knappe und strukturierte Texte zu ausgewählten Themen. Sie wollen schnell “zum Punkt” kommen. Entscheiden Sie für diesen Lesetypus also im Voraus, welche Schlüsselbegriffe sie einsetzen wollen.

Erlebnisleser*innen hingegen möchten mit spannenden Geschichten gut unterhalten werden. Sie erwarten Handlung, sprachliche Finesse und überraschende Wendungen. Entscheiden Sie sich also, an welche Art von Lesenden sich Ihr Text richten soll.

AIDA-Formel

Wirksame Texte folgen dem Prinzip der bekannten AIDA Formel – Attention, Insight, Desire und Action, welche im Buch “Text sells – Wie Sie Texte schreiben, die wirken. Wie Sie Unternehmen und Marken durch Sprache Profil geben” erläutert wird. Die Formel setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen:

Attention:

-Sorgen Sie mit einer prägnanten Überschrift für Aufmerksamkeit. Diese Headline bauen Sie rund um einen Ihrer Schlüsselbegriffe. So wissen Leser*innen sofort, worum es in Ihrem Beitrag geht.

Insight:

Wo liegt das Bedürfnis Ihrer Leser*innen? Mit diesem Bedürfnis müssen Sie in den nächsten drei Zeilen arbeiten. Bei einem Beitrag sollte Ihre Intro nicht mehr als 20 Sekunden Lesezeit in Anspruch nehmen und 200-350 Zeichen benötigen. In dieser kurzen Zeit beantwortet Ihr Intro alle W-Fragen – “Wer”, “Was”, “Wo”, “Wann”, “Wie” und “Warum”.

Desire:

Wie helfen Sie Ihren Leser*innen mit Ihrer Leistung? Das arbeiten Sie in diesem Abschnitt heraus – gerne auch knapp, beispielsweise mit Bullet-Points. So schaffen Sie bei Lesenden das Verlangen, mehr über Ihre Leistungen zu erfahren. Die wichtigste Botschaft steht in Ihrem Beitrag am Anfang des Textes und folgt dem folgenden Aufbau: Problem, Lösung, Beispiel(e) und Vorteile.

Action:

Zum Schluss fordern Sie die Lesenden beispielsweise durch einen Call-to-Action zu einer Handlung auf. 

Ein guter Beitrag umfasst alle vier “AIDA” Elemente. So bieten Sie Ihren Leser*innen einen wirksamen Text.

7 Tipps um als Unternehmens-Berater*in wirksame Texte zu schreiben

Eine solide Quelle bietet “The 7 essential rules of writing a good consultancy report” von Jacq Hackett. Dabei handelt es sich zwar um einen Blogbeitrag zu amerikanischen “Concultancy Reports”, diese lassen sich jedoch einfach auf Ihre Blogbeiträge übertragen.

Gute und lesbare Beiträgen “passieren” nicht einfach so. Sie werden mit Geschick und Sorgfalt hergestellt. Hier sind sieben Regeln, an die Sie sich beim Verfassen Ihres Beitrags halten sollten: 

1. Der Beitrag gibt Antwort auf die Probleme der Klient*innen

Dies wirkt offensichtlich: Ihre Klient*innen haben Probleme, für die sie eine Lösung benötigen. Zu oft vergessen Unternehmensberater*innen, in Berichten den Fokus auf genau diese Probleme zu legen. Enttäuschen Sie Ihr Publikum nicht – stellen Sie sicher, dass Ihr Beitrag ein Problem spezifiziert, Ihre Erkenntnis zu dem Problem liefert und den Lesenden eine verständliche Antwort bietet.

2. Er hat einen mitreißenden Einstieg 

Da der erste Eindruck für Leser*innen entscheidend ist, haben wir hier ein paar Ideen für wirksame Einstiegstechniken:

  • direkte Ansprache der Leser*innen
  • aktuelle Nachrichten, Fakten oder Zahlen
  • Provokantes oder Thesen
  • Beispiele, Zitate, Wortspiele, Vergleiche
  • ein persönliches Erlebnis, welches verbindet
  • Definitionen und Begriffsabgrenzungen

 

3. Er folgt einem roten Faden

Ihr Beitrag erzählt eine Geschichte und – wie alle guten Geschichten – muss er logisch aufgebaut sein und Ihre Leser*innen auf eine Reise mitnehmen. Diese Reise beginnt mit dem Kontext, geht weiter zur Identifizierung der Probleme, liefert dann Ihre Ergebnisse und letztendlich Ihre Lösungsvorschläge.

4. Er spricht das Zielpublikum an

Sie müssen einen Weg finden, nicht nur mit Ihrem bestehenden Kundenstamm, sondern auch mit einem breiteren Publikum zu sprechen. Der Trick besteht darin, beim Schreiben nicht von zu viel oder zu wenig Wissen auszugehen.

5. Er enthält konkrete Handlungsempfehlungen

Am Ende des Tages läuft alles auf Ihre Handlungsempfehlungen hinaus.  Ihr Beitrag ist dazu da, konkrete Probleme zu lösen. Ohne direkte Handlungsempfehlungen wird er definitiv nicht die Erwartungen der Lesenden erfüllen. Seien Sie nicht vage – sprechen Sie konkrete Empfehlungen aus!

6. Er ist prägnant und in einfachem Deutsch geschrieben

Ihr Beitrag ist dazu da, verstanden zu werden. Möglicherweise bringen Sie Schreibgewohnheiten mit, die Ihrem Beitrag nicht dienlich sind. Verwenden Sie kurze Sätze sowie Absätze. Schreiben Sie die Dinge so, wie Sie sie Ihren Leser*innen auch in einem persönlichen Gespräch sagen würden – und lassen Sie sich nicht dazu verleiten, ins Schwärmen zu geraten.

7. Er verwendet einen neutralen und unvoreingenommenen Ton

Wir betonen hier den Begriff „Ton“. Denn wir wollen mit Sicherheit nicht vorschlagen, dass der Inhalt Ihres Berichts neutral und unvoreingenommen sein sollte – im Gegenteil: Sie sollten einen offenen und furchtlosen Rat bieten. Aber was den allgemeinen Ton Ihres Berichts betrifft, so vermeiden Sie eine beladene oder emotionale Sprache.

Beiträge beeinflussen Entscheidungen

Gut geschriebene Beiträge beeinflussen das Denken und die Entscheidungen Ihrer Leser*innen – sie können sie sogar zum Handeln veranlassen. Anhand unserer sieben Tipps können Sie nun wirksame Beiträge verfassen, welche Ihren Klient*innen die Relevanz Ihrer Beratungsleistung darstellen – und über aktuelle Entwicklungen informieren. 

Karla-Paulina Kordt

Karla-Paulina Kordt

Mein Name ist Karla Kordt und ich bin beim futureorg Institut als Content-Managerin/Online-Redakteurin vor allem für das Verfassen der Beiträge zuständig.
Beim Schreiben kann ich gut mein Wissen aus meinem Anglistik und Germanistik Studium an der Ruhr-Universität Bochum einbringen. Neben der Uni und Arbeit interessiere ich mich sehr für Literatur, Theater, Filme und Sport.

Kontakt: kordt@futureorg.de

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