Reader Persona: Für wen schreiben Sie?

Mehr Leser*innen für einen Blog zu gewinnen ist eine Herausforderung. Die Schlüsselfrage ist dabei das “Wie”. Ein kleiner Trick kann dabei helfen: Ein Perspektivwechsel in Form einer “Reader Persona”. Was das ist und wie Sie Ihre eigene Reader Persona erstellen können, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Reader Persona – das Schlüsselelement Ihres Blogs

Blogger*innen, egal ob sie noch am Anfang stehen oder schon fortgeschritten sind, stellen sich alle die gleiche Frage: Wie kann ich mehr Leser*innen gewinnen? Aber diese Fragestellung ist irreführend. Wenn Sie mit Ihren Beiträgen mehr Menschen erfolgreich erreichen möchten, müssen Sie eher für folgende Frage eine Antwort finden: Wen möchte ich mit meinen Beiträgen erreichen? Richten Sie den Inhalt Ihrer Beiträge auf diese Zielgruppe aus. Damit schaffen Sie die Grundlage für eine große Reichweite!

Um einschätzen zu können, wer Ihre Leser*innen überhaupt sind – und was sie sich von Ihren Beiträgen erhoffen – ist die Arbeit mit Reader Personas eine gute Herangehensweise. Diese Vorgehensweise bietet Ihnen unterschiedliche Vorteile, wie beispielsweise, dass Sie…

  • Ihre Beiträge genauer auf Ihre Leserschaft zuschneiden
  • eine stärkere Verbindung zu Ihren Leser*innen ermöglichen
  • die Themenplanung verbessern können
  • Ihre Positionierung schärfen

Warum Reader Persona und keine Zielgruppe?

Der Begriff “Reader Persona” ist an den Begriff der Buyer Persona angelehnt. Hierunter ist die präzise Beschreibung von Wunschkund*innen gemeint, auf die eine Dienstleistung präzise zugeschnitten ist. In der PR und im Marketing wird der Buyer Persona seit jeher eingesetzt. Und genau so ist die Reader Persona nichts anderes: sie ist die Beschreibung von Wunschleser*innen, die Sie mit Ihren Inhalten erreichen möchten.

Aber worin besteht der Unterschied zur Zielgruppe? Readers Persona und die Zielgruppe widersprechen sich nicht, sie ergänzen sich sogar. Daher ist es sinnvoll, beide Ansätze anzuwenden, da sie unterschiedliche Blickwinkel bieten. Die Zielgruppe meint die Gesamtheit aller Personen und Personengruppen. Sie wird dabei mit Hilfe von Strukturdaten wie Alter, Geschlecht, Einkommen, Bildung usw. beschrieben. Der Persona-Begriff hingegen berücksichtigt die Einstellungen der Personen. Bei seiner Beschreibung werden Dimensionen berücksichtigt, die seine Persönlichkeit bestimmen – wie beispielsweise Familie, Träume, Werte, Erreichbarkeit und Interessen. Umso wichtiger ist es, dass Sie die Personen kennen, die Sie erreichen möchten. Suchen Sie den direkten Kontakt, tauschen Sie sich mit ihnen aus, beobachten Sie sie und versuchen Sie zu erkennen, was das Denken dieser Personen beeinflusst und ihr Handeln antreibt. Sie müssen sich so gut wie möglich in den Menschen hineindenken. Damit Sie Ihre Reader Persona erstellen können, haben wir Ihnen eine Step-by-Step Anleitung in fünf Schritten zusammengestellt.

Beispielbild: Wie könnten Ihre Leser*innen aussehen?

In drei Schritten zu Ihrer Reader Persona

Damit Sie Ihre eigene Reader Persona erstellen können, haben wir Ihnen diesen möglichen Verlaufsplan erstellt. Wir nennen ihn aber ganz bewusst “möglichen Verlaufsplan”, da er nicht festgeschrieben ist. Versuchen Sie, ein Verfahren zu finden, das am besten zu Ihnen und Ihren Zielen passt.

1. Daten auswerten

Sie betreiben schon einen Blog und haben sogar eine Präsenz in einem sozialen Netzwerk? Super! Dann verfügen Sie bereits über wertvolle Daten über Ihre Leser*innen. Legen Sie dabei einen Fokus auf die Demografie, Geografie und Interessen. Auch die am meisten gelesenen Artikel und Ausstiegsseiten, also die letzte besuchte Seite während eines Visits, können Ihnen viel über Ihre Leser*innen verraten. Dies gilt auch für die Statistiken aus ihren sozialen Netzwerken.

Liegen Ihnen solche Daten nicht vor, dann erstellen Sie ein Profil der Persona mit Hilfe externer Daten. Wichtige Begriffe dafür sind Lebensstil, Milieu und Verbrauchertypen. Im Internet finden Sie eine Fülle an kostenlosen Inhalten dazu. Die ARD/ZDF-Onlinestudie ist eine solche Quelle, ebenso die Sinus-Jugendstudie und die Utopia-Studie. Ganz wichtig: es geht nicht um eine entweder-oder-Entscheidung. Je mehr interne wie externe Datenquellen sie nutzen, verknüpfen und zur Beschreibung der Reader Persona nutzen, umso klarer und gehaltvoller die Beschreibung des*r Wunschleser*in. Wichtig dabei: suchen Sie den persönlichen Austausch mit Vertreter*innen Ihrer angestrebten Leserschaft. So werden Erkenntnisse aus Ihrer Datenanalyse komplettiert. Und das Bild, das Sie von der Persona erstellen, ist authentischer.

2. Erstellen Sie ein Persona-Briefing

Haben Sie die Daten zusammengetragen und ihre Erkenntnisse daraus gewonnen, dann ist es Zeit, eine Art Steckbrief von Ihrer Persona zu erstellen. Erfahrungsgemäß wird es mehrere Persona geben. Daher ist es wichtig, dass Sie die Wunschleser*innen segmentieren. Schließlich werden nicht alle die gleichen Ziele und Werte verfolgen. Erstellen Sie eine sinnvolle Gliederung Ihres Persona-Steckbriefs. Eine solche Gliederung könnte Punkte wie demografische Angaben, Erwerbssituation, Lebensziele, Werte, typische Medien, Mediennutzungsverhalten, typisches Zitat für diese Persona usw. beinhalten.

Geben Sie Ihren Personas je einen Titel; wenn der ausgefüllte Steckbrief kein klares Bild von der Persona ergibt, dann waren Sie womöglich nicht präzise genug. Einfacher Test: gelingt es Ihnen auf der Grundlage des ausgefüllten Steckbriefs die Persona in wenigen Worten als einen Titel zu fassen, dann haben Sie sie ausreichend abgegrenzt.

Komplettieren Sie Ihre Steckbriefe mit typischen Bildern, die stellvertretend für ihre Persona stehen. So hat Ihre Persona ein Gesicht, das Ihnen hilft, sich mit ihr zu identifizieren und sich besser in sie hineinversetzen zu können.

3. Bedarfe beschreiben

Sind die Steckbriefe fertig, ermitteln und dokumentieren Sie, welche konkreten Bedarfe und Bedürfnisse diese Persona haben, die Sie mit Ihren Inhalten gezielt bedienen können. Hieraus ergibt sich der erlebte Nutzwert der Leser*innen mit Ihrem Blog. Eine einfache Methode: schreiben Sie diese Bedarfe und Bedürfnisse aus der Ich-Perspektive. Stellen Sie dabei klar, welchen Nutzen diese Persona dabei konkret hat und bei welchen Inhalten sie “Danke” sagen würde.   

Reader Persona als wichtigstes Schlüsselelement

Neben qualitativem Content ist die Reader Persona wohl das wichtigste Schlüsselelement für Ihren Blog. Je vielschichtiger und genauer Sie Ihre persönliche Reader Persona ermitteln, desto treffsicherer kommen Ihre Beiträge bei den richtigen Menschen an. Und die Wahrscheinlichkeit, dass darunter genau die Kund*innen sind, die Sie sich für Ihr Unternehmen wünschen, ist groß. Das zeigt: Die Erstellung einer Reader Persona ist aufwendig, aber die Zeit lohnt sich.

Karla-Paulina Kordt

Karla-Paulina Kordt

Mein Name ist Karla Kordt und ich bin beim futureorg Institut als Content-Managerin/Online-Redakteurin vor allem für das Verfassen der Beiträge zuständig.
Beim Schreiben kann ich gut mein Wissen aus meinem Anglistik und Germanistik Studium an der Ruhr-Universität Bochum einbringen. Neben der Uni und Arbeit interessiere ich mich sehr für Literatur, Theater, Filme und Sport.

Kontakt: kordt@futureorg.de

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