Dramaturgie: Die Anleitung zu einem guten Text

Die Dramaturgie kennt man nur aus Film & Theater? Falsch! Sie ist Bestandteil jedes guten Textes. Sie wollen mit Ihrem Text überzeugen? Mit diesen dramaturgischen Bausteinen gelingt das immer!

Viele Beratungsprojekte verlaufen dramatisch; ein Unternehmen muss ein akutes Problem lösen, wofür es die Unterstützung einer Unternehmensberatung sucht. Unsicherheit, Meinungsverschiedenheiten, Ungeduld und Spannung machen sich breit, ob die Maßnahmen am Ende wirken. Also jede Menge Stoff für spannende Geschichten. Blickt man allerdings in den Endbericht, kann das Projekt nicht langweiliger gewesen sein.
 
Nun muss man keineswegs jeden Konflikt, jeden Streit und jede Unsicherheit im Bericht abbilden. Ein langweiliger Text muss es aber auch nicht sein. Spätestens, wenn über die Erfolgsgeschichte in einem Blogartikel berichtet wird, sollte der Inhalt nicht nur informativ, sondern auch unterhaltsam und spannend sein.
 
Das zu erreichen, ist kein Hexenwerk: Alles, was Sie brauchen, ist eine gute Erzählstruktur. Mit den folgenden dramaturgischen Bausteinen wird jeder Text zum Lesespaß mit Nutzen für Ihre Leser:innen!
 

Was ist Dramaturgie?

Von der Dramaturgie, also der Dramendichtung, haben Sie bestimmt schon mal im Kontext von Film und Theater gehört. Dramatische Erzählungen kennt man, jeder hat schon mal ein Drama gesehen. Aber was hat das mit Ihnen und Ihren Berichten zu tun? Dramaturgische Elemente sind nicht nur im Drama zu finden. Schließlich geht es bei der Dramaturgie um die Erzählstruktur, also, wie möglichst spannend erzählt wird. Genauso wie es im Theater wichtig ist, die Zuschauer:innen in den Bann zu ziehen, möchten schließlich auch Sie Ihre Leser:innen mit Ihrem Text fesseln. Und die Erzählstrukturen für einen guten Spannungsaufbau sind im Drama und in Texten genau die gleichen.
 

Verschiedene Erzählstrukturen und ihre Vorteile

3-Akt-Struktur
 
  • Einleitung: Sie möchten Ihre Leser:innen von Ihrer Sicht, Ihrem Standpunkt überzeugen. Dafür stellen Sie zuerst die gegenwärtige Situation vor und erklären die Problematik.
  • Konflikt: Nun gehen Sie auf das Problem und dessen unterschiedliche Seiten ein.
  • Auflösung: Hier kommt Ihr Lösungsvorschlag.
Die Struktur ist simpel und einfach anzuwenden.
 
5-Akt-Struktur
 
  • Einleitung: Wie bei der 3-Akt-Struktur stellen Sie zuerst die Thematik vor.
  • Konflikt: Nun folgen die Für-und-Gegenargumente Ihrer Problematik.
  • Überraschung: Sie geben eine überraschende Information, welche das Blatt wendet.
  • Verzögerung: Sie verzögern die Auflösung der Problematik.
  • Auflösung: Schließlich folgt Ihr Lösungsvorschlag.
 
Bei dieser Struktur schmücken Sie Ihren Text mit dramaturgischen Kniffen aus, die Ihre Leser:innenschaft fesselt. Die 3-Akt-Struktur ist durchaus gut genug, um immer angewendet werden zu können. Die 5-Akt-Struktur ist in der Hinsicht einfach ein Baukisten-Set mit mehr Teilchen.
 

Die Bauteile, die Ihrem Text das gewisse Etwas geben

 
Konflikt/Problematik: Zu jeder Geschichte gibt es zwei Seiten. Beide Seiten vorzustellen ist wichtig für die Glaubwürdigkeit. Sind die Argumente für die eine Seite schwächer, ist es einfacher, Ihre Leser:innen von Ihrer Sicht zu überzeugen. Sind beide Seiten ausgeglichen, wird es Ihr Lösungsvorschlag sein, der Ihre Leser:innen von Ihrer Seite überzeugt. Sie stellen die Problematik vor und Ihre Leser:innen werden neugierig, Ihren Lösungsvorschlag zu hören.
 
Überraschung: Sie haben die Leser:innenschaft in ein Thema eingeführt. Die Leser:innen wissen also, was auf sie zukommt. Sie stellen zum Beispiel eine Problematik dar. Möglicherweise wurde die Seite der Problematik, die Sie vertreten, zuvor als die schwächere angesehen. Geben Sie hier Ihrer Leser:innenschaft eine überraschende Wende in Form einer neuen Information, die das Gleichgewicht zu Ihren Gunsten auslegt.
 
Verzögerung: Die Leser:innenschaft weiß aus Ihrer Einleitung, dass sie sich dem Ende Ihres Textes nähern. Bringen Sie, bevor Sie zum Schluss kommen, noch ein weiteres Argument der Gegenseite ein und verzögern Sie die Auflösung der Problematik. Ihre Leser:innen denken nun möglicherweise, dass die Gegenseite stärker ist. Nun entkräften Sie das Argument. Dadurch wirkt Ihre Seite der Problematik überzeugender, der letzte Punkt bleibt der Leser:innenschaft zudem länger im Gedächtnis.
 
Wissensunterschiede: Jeder weiß gerne am besten Bescheid. Sie haben Ihrer Leser:innenschaft etwas vorgestellt oder einen Lösungsweg präsentiert. Nun bringen Sie ein Beispiel von einer uninformierten Person an und wie diese ohne das Wissen der Leser:innen handeln würde. Hier bemerken Ihre Leser:innen nun, dass Sie mit Ihrem Wissen bestimmte Situationen erfolgreicher meistern können.
 

Von losen Bausteinen zum fertigen Haus

 
Eine gute Struktur baut aufeinander auf. Schließlich kann kein Haus aus Bausteinen gebaut werden, die in der Gegend verteilt herumliegen. Ein Baustein kommt auf den anderen und so entsteht ein fertiges Haus. Das ist beim Texte schreiben nicht anders. Bei einem logischen Text, bei dem ein Teil auf dem anderen aufgebaut wird, ist es kein Wunder, dass Sie Ihre Leser:innen überzeugen. Schließlich bevorzugt jede:r ein gut konstruiertes Haus über einem wahllos zusammengewürfelten.
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Vivien Genevieve Reich

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